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Historisches

 

Brief des Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen

Die Kunde vom Eisenhammer war bis in die Residenzstadt Dresden gedrungen und am 25. Juli 1615 erkundigte sich Kurfürst Johann Georg von Sachsen beim Rat der Stadt Freiberg nach den Bedingungen, dieses Hammerwerk von den Erben des verstorbenen Besitzers für seinen Bruder, Herzog August von Sachsen, zu kaufen. Das diesbezügliche Schreiben hat folgenden Wortlaut:

Vonn Gottes gnaden – Johanns George

 

Herzogk zu Sachsen, Jülich, Kleve und Bergk
Churfürst

Bester Rath und Liebe getreuen, Welcher gestaldt Chilian Steckens
zu freybergk seligen hinderlasene Weihbse und Erben ihre
Eisenhammer Unter Dorff Kemnitz Zuverkeuffen in Demuth
Und Underthenigkeit angeboten, Solches habt ihr aus dem
nachlaß Zuersehen,
Darauff begeren wir Vor Uns Und den Hochgeborenen Fürsten
Unsern freundtlichen Lieben Brudern Und Geuattern Herrn
Augusten Herzogen Zu Sachsen, Julich, Cleue undt Berg etc.
Ihr wollet euch forderlichst Und so baldt es Zugeschehen muglich
erkundigen, Ob der Eisenstein dieses orthes tuchtig Und
guht, auch die menge Zuerlangen, sowoll woher man sich
des Kohls Und Holzes, Zubeforderung dieses hammerwergks,
auch wie theuer Und mit was Gelegenheit Zuerholen, und was
solches Und was sonsten hierinnen die nodturfft beneben euren
bedencken, Ob dieser Hammer Uns nuzlichen und wie hoch
derselbe an werth Zuerhaldten oder Zuverkeuffen sein möge oder
nicht, mit Zurücksendung des inschlußes inschrifften her-
wieder berichten,  Darann geschieht Unsere Meinung,
Datum Dresden, den 25. Julij. Anno 1615

Johanns George Churfürst,

 

Der Brief befindet sich im Sächsischen Staatsarchiv Dresden. Er wurde ins Neuhochdeutsche übertragen von Prof. Dr. Wolfgang Schramm (2017 †), Förderverein Eisenhammer Dorfchemnitz. Dabei blieben Wortstellung, Grammatik und Orthographie unverändert, um den historischen Wert des Briefes nicht zu schmälern. Wertvolle Hinweise zur Entschlüsselung des Textes gaben Herr Professor Dr. Józef Wiktorowicz und Frau Professor Dr. Anna Just vom Germanistischen Institut der Universität Warschau/Polen.

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